In allen Branchen werden Datenschutzverletzungen begangen

19.09.2012

Viele Firmen arbeiten mit persönlichen Daten von Kunden ohne eine Einwilligung erhalten zu haben. Diese sensiblen Daten werden an Dritte verkauft oder werden veröffentlicht.
Sony BMG kämpft gegen Raubkopierer

Bei Sony BMG wurden im Herbst 2005 Musik-CD´s mit einen Kopierschutz namens XCP (Extended Copy Protection) geschützt. Dieser installiert im Hintergrund aber eine Rootkit-Software, mit der die IP-Adresse des Rechners ermittelt wird und diese an Sony gesendet wird.
Sony wurde in den USA daraufhin verklagt und jeder Kläger bekam einen Schadensersatz von 100€ zugesprochen.

Sex-Partner Onlinesuche

Ein Mann hatte im Februar 2006 auf der US-Kleinanzeigen-Internetseite Craiglist eine Anzeige mit einem Foto einer Frau bezüglich einer Sex-Partner Suche aufgegeben. Daraufhin bekam er 178 Zuschriften mit Namen, Fotos, E-Mail-Adressen und Telefonnummern. Diese persönlichen Daten hat er auf einer Seite von Encyclpedia veröffentlicht. Eine anonyme Klage gegen den Mann wurde gestellt. Das Gericht verurteilte ihn zu 50.000€ Bußgeld, da er mehrfach nicht vor Gericht erschienen ist.

Sammelklage gegen AOL

AOL hatte im August 2006  eine Liste mit persönlichen Daten von über 650.000 Nutzern veröffentlicht. Erst nach drei Tagen wurde die Liste von der Webseite entfernt. Der CEO von AOL ist nach diesem Vorfall zurückgetreten. Im Jahr 2006 wurde gegen AOL eine Sammelklage eingereicht. Die Betroffenen fordern einen Schadensersatz
von 3.500€.
Das Gerichtsverfahren ist noch nicht abgeschlossen und wird in Kalifornien verhandelt.

Datenschützer gegen Google Street View

Dem Unternehmen Google liegen etliche Beschwerden von Datenschützern vor. Google Street View machte im Mai 2007 360 Grad Aufnahmen von Straßen und die Datenschützer werfen Google vor in die Privatsphäre einzugreifen.
Jeder Bürger hat das Recht darauf, dass Fotos und Nummernschilder unkenntlich gemacht werden. Einige Länder beschwerten sich trotz dieser Maßnahmenregelungen. Frankreich forderte einen Schadensersatz von 100.000€. Google ist verpflichtet für die nächsten 20 Jahre regelmäßige Kontrollen der US-Kartellbehörde durchführen zu lassen.

User von Hotmail sollen Ihre E-Mail-Adressen ändern

Millionen Hotmail-Nutzer wurden im Oktober 2009 aufgefordert Ihre E-Mail-Adresse mit den Endungen
@hotmail.com, @msn.com und @live.com zu ändern. Auch die Passwörter sollen geändert werden.

Hintergrund dieser Aufforderung ist, dass per Phishing-Angriff über 10.000 E-Mail-Adressen auf der Webseite: www.patebin.com veröffentlicht wurden.

Schüler werden heimlich von Webcam´s beobachtet

Für die Überwachung der Schüler außerhalb des Unterrichts hat eine Highschool Tausende Apple-Notebooks mit Webcam an die Schüler verteilt. Mehr als 56.000 Fotos und Screenshots wurden von Schülern gemacht, teilweise auch Nacktfotos. Ein Schüler, der einen Verweis durch unangemessenes Verhalten bekommen sollte, bekam ein solches Foto als Beweisstück vorgelegt. Daraufhin reichten die Eltern im April 2010 eine Sammelklage wegen der Privatsphäreverletzung ein. Der Schulbezirk zahlte 450.000€ um zwei Klagen aus dem Wege zu gehen.

Datenschutzskandal bei Facebook-Apps

Einige Apps haben im Oktober 2010 den Nutzernamen und deren Freunde an Werbefirmen weitergegeben. Wer auf facebook einen Werbebanner anklickt, muss damit rechnen, dass seine Nutzer-ID´s an Werbefirmen gegeben wird. Das Unternehmen facebook willigte ein, dass die US-Kartellbehörde über 20 Jahre lang einen unabhängigen Dritten für die Überprüfung des Datenschutzes zulässt. Achten Sie bei den Einstellungen darauf, ob Ihre Daten weitergegeben werden.