Facebook: Was kommt nach dem Aus der Nutzer-Abstimmung?

11.12.2012

Regeländerungen werden bei Facebook künftig wieder ohne User-Abstimmung vorgenommen. Das Verfahren, bei dem Nutzer zur Wahl gebeten wurden, um Einfluss auf die Entscheidungen des Konzerns zu nehmen, hat sich nicht bewährt. Von knapp einer Milliarde Usern gaben jetzt nicht einmal 0,07 Prozent ihre Stimme ab. Für ein bindendes Votum wären 30 Prozent und damit 300 Millionen „Wählerinnen und Wähler“ nötig gewesen. Dass eine solche Zahl eher utopisch ist, sollte selbst dem größten Facebook-Fan bewusst sein.

Kritiker sprechen schon seit Einführung der Abstimmungen von einer Farce. Facebook selbst bezeichnet die Prozedur als einzigartiges Beispiel für Demokratie im Verhältnis zwischen einem Unternehmen und seinen Kunden. Schade nur, dass bislang nicht ein einziges Mal die von Facebook bei 30 Prozent gezogene Linie überschritten wurde. Das Verfahren wurde 2009 aus der Taufe gehoben, als bei Facebook noch 200 Millionen Nutzer zu Buche standen. Im Sommer 2012 waren es bereits 900 Millionen User. Seinerzeit sollten die Mitglieder über die Rechte zur Verwertung von Statusmeldungen, Links, Fotos und privaten Nachrichten abstimmen. Weil nur 0,04 Prozent mitmachten, liegen die Rechte nun bei Facebook.

Doch was kommt jetzt? Der Versuch, Kritikern und Datenschützern mit den Abstimmungen den Wind aus den Segeln zu nehmen, ist jedenfalls gescheitert – und zwar kläglich. Jetzt werden neue Seiten aufgezogen und scheint mehr Offenheit angesagt zu sein. Die Nutzer sollen künftig die Möglichkeit haben, den Datenschutz-Verantwortlichen von Facebook Fragen zu stellen. Schön und gut – entscheidend wird aber sein, wie die Antworten lauten, vor allem dann, wenn die Fragen eher unangenehmer Natur sind.