Werden meine Daten in der Cloud überwacht?

15.01.2013

Praktisch ist es allemal: Daten in die Cloud zu laden und sie von dort aus überall und jederzeit aufrufen zu können oder anderen zugänglich zu machen. Doch was passiert mit den Daten beim Cloud Computing? Liegen sie sicher wie in Abrahams Schoss auf Servern rund um den Globus oder muss man damit rechnen, dass sie überwacht werden? Eine Studie, die im Auftrag des EU-Parlaments erstellt wurde, gibt die Antwort in Form einer klaren Warnung, Daten in die USA zu transferieren. Dort drohe die Überwachung der Bits und Bytes – und zwar ganz legal.

Das Centre D’Etudes Sur Les Conflits und das Centre for European Policy Studies sind davon überzeugt, dass die US-Behörden auf die Daten zugreifen können. Ob sie nun bei Dropbox, Facebook oder Google gespeichert wurden, spiele dabei keine Rolle. Die Experten befürchten den Verlust über die Kontrolle der Daten. US-Behörden könnten geheime Beschlüsse beantragen und dann ihren Überwachungsapparat laufen lassen. Möglich machen es die Sicherheitsgesetze, die nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 verabschiedet und im Falle des Patriot Acts dauerhaft verlängert wurden.

Daten, die aus Europa auf die Server geladen wurden, unterliegen seit 2008 dem Foreign Intelligence Surveillance Amendment Act, kurz FISAA. Damit sind der Massenüberwachung Tür und Tor geöffnet. Für diese Probleme mangele es in der EU am nötigen Bewusstsein, rügt die Studie. Die Europäische Union kümmere sich nicht um den Schutz der Rechte ihrer Bürger. Die Autoren der Studie raten daher dringen dazu, mit den USA zu verhandeln, damit auch Europäer vom Menschenrecht auf Privatsphäre profitieren. Darüber hinaus gelte es, vor der Nutzung von US-Cloud-Dienste zu warnen.

Den Bemühungen der Vereinigten Staaten die Überwachung herunterzuspielen und den Hinweisen auf rechtliche Vorkehrungen zum Schutz der Privatsphäre messen die Studienautoren keine große Bedeutung bei. Das liegt unter anderem daran, dass ein Ex-NSA Mitarbeiter im Rahmen einer Konferenz des Chaos Computer Clubs Ende vorigen Jahres explizit auf die Überwachung hingewiesen hat.