Server-Standort: Trotz höherer Kosten setzen Unternehmen auf Deutschland

30.10.2018

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Der Erfolg des Cloud-Computings steht außer Frage. Längst haben die meisten Unternehmen zumindest einen Teil ihrer Daten in die Cloud ausgelagert. Allerdings sind sie bei der Wahl ihrer Cloud-Anbieter und insbesondere des Server-Standorts vorsichtig. Aus Gründen des Datenschutzes ziehen besonders mittelständische Unternehmen es vor, ihre Daten in Deutschland zu belassen.

Kleiner Exkurs – was ist Cloud-Computing?

Cloud-Computing steht für die Nutzung externer Computersysteme über das Internet. Schnelle Internetverbindungen haben entsprechende Services populär gemacht, denn selbst größere Datenmengen lassen sich vergleichsweise rasch übertragen. Der mit Abstand beliebteste Cloud-Dienst ist die ausgelagerte Speicherung von Daten. Cloud-Computing umfasst jedoch ebenso die Verarbeitung von Daten, wie z.B. die Ausführung von Berechnungen.

Cloud-Services anstatt Betrieb eigener Rechenzentren

Gleich aus mehreren Gründen sind Cloud-Dienste bei Unternehmen so beliebt geworden. Da wäre u.a. die Tatsache, dass viele Dienste auf Basis eigener IT nur aufwändig zu realisieren wären. Auf eigenen Systemen würden aufgrund fehlender Ressourcen ggf. weniger Funktionen zur Verfügung stehen. Hinzu kommt der Vorteil, Cloud-Dienste nach Bedarf nutzen zu können. Diese sind wiederum im Hinblick auf Funktion und Umfang exakt zugeschnitten. Hieraus resultiert ein erheblicher Kostenvorteil. Einrichtung, Betrieb und Wartung der Systeme erfolgen auf Kosten des jeweiligen Cloud-Anbieters.

Vertrauen in den Cloud-Anbieter ist relevant

Allerdings erfordert die Auslagerung von Daten in die Cloud großes Vertrauen. Deshalb entscheidet sich die Mehrheit deutscher Unternehmen für Cloud-Dienste, die von großen und zugleich namhaften Anbietern stammen. So ist es keine Überraschung, dass nicht nur Amazon oder Google zu den gößten Anbietern in Deutschland zählen, sondern ebenso Microsoft, SAP und die Telekom.

Vertrauen ist schon alleine wegen des betrieblichen Datenschutzes wichtig. Die DSGVO schreibt Unternehmen ein angemessenes Datenschutzniveau vor. Es sind konkrete Anforderungen zu erfüllen, wenn eine Übermittlung personenbezogener Daten an externe Partner (zu denen Cloud-Anbieter zählen) erfolgt und eine Auftragsverarbeitung vorliegt.

Cloud-Anbieter aus dem Ausland – selbst aus Drittstaaten – können diese Anforderungen erfüllen. Besonders in den USA haben sich viele Unternehmen nach Privacy Shield zertifizieren lassen, um weiterhin Geschäfte mit europäischen Unternehmen machen zu können.

Server-Standort Deutschland wird eindeutig bevorzugt

Erhebungen aus dem Feld der Marktforschung zeigen, dass deutsche Unternehmen große Vorsicht zeigen, wenn es um Cloud-Dienste aus dem Ausland geht. Besonders der Mittelstand zieht es vor, seine Daten lieber in der deutschen Cloud zu speichern.

Solche Entscheiden erfolgen nicht unbegründet. Branchenkenner verweisen auf zwei wesentliche Ereignisse, dies diesbezüglich von Relevanz sind. Da wäre zunächst die zurückliegende Einführung der DSGVO. Sie hat zahlreiche Unternehmen für das Thema Datenschutz sensibilisiert – und in Anbetracht der erheblichen Bußgelder, die bei Verstößen drohen, möchten die meisten Unternehmen ihre Risiken möglichst gering halten.

Zum anderen ist die NSA-Affäre zu nennen, die bereits vier Jahre zurückliegt. Damals wurde bekannt, dass die US-Behörde im großen Stil schnüffelt und u.a. direkten Zugriff auf die Daten großer Cloud-Anbieter hat, sofern sich deren Server in den USA befinden. Zugleich können sich verschiedene US-Ermittlungsbehörden relativ leicht Zugang zu solchen Daten verschaffen.

In Deutschland ist die Situation eine andere, der externe Datenzugriff ist erheblich eingeschränkt. Diesen Umstand wissen viele Unternehmen zu schätzen und ziehen es deshalb vor, ihre Daten nicht über Landesgrenzen hinweg zu übertragen. Zwar mögen die hiermit verbundenen Kosten im Vergleich höher liegen – was primär den höheren Energiekosten in Deutschland geschuldet ist – jedoch sind die meisten Unternehmen gerne dazu bereit, diese Mehrkosten in Kauf zu nehmen.

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