Datenschutzfreundliche Voreinstellungen: Haken für Newsletter und Bewertungsanfragen

06.04.2017

datenschutzkontrolle-blog

Nie zuvor war der Wettbewerb im Internet so ausgeprägt. Vor allem das E-Commerce Umfeld hat sich für Händler stark verändert. Shopbetreiber müssen umfassende Maßnahmen ergreifen, um potentielle Kunden zu erreichen und sie an sich zu binden. Zu diesen Maßnahmen zählen insbesondere der Newsletterversand sowie das Einholen von Kundenbewertungen.

Sinn und Zweck von Newsletter-Anmeldungen sowie Kundenbewertungen

Das Sammeln von Newsletter-Anmeldungen ist beliebt, weil sich hierdurch die Möglichkeit eröffnet, potentielle Kunden fortlaufend mit Neuigkeiten zu versorgen und sie auf Angebote im Shop aufmerksam zu machen. Die Wahrscheinlichkeit, dass Newsletter-Empfänger kaufen oder erneut kaufen, ist groß. Kundenbewertungen (sowohl Händlerbewertungen als auch Produktbewertungen) helfen wiederum dabei, die Reputation vom Shop zu stärken und Vertrauen bei potentiellen Kunden zu schaffen.

Die technische Umsetzung gestaltet sich in den meisten Fällen leicht. Die meisten Plattformen für den Shop, wie z.B. Magento, Oxid E-Sales oder Woocommerce, lassen sich um Funktionen für Newsletter-Anmeldungen und den Versand von Bewertungsanfragen leicht erweitern. Meist genügt es, die Funktionen mittels Plugin zu ergänzen. Die meisten Händler und Seitenbetreiber zögern deshalb nicht lange und statten den Bestellprozess im Shop mit Funktionen für Newsletter-Anmeldungen und den Versand von Bewertungsanfragen an Kunden aus.

Datenschutz bei Newsletter-Versand und Bewertungsanfragen

Ein Punkt, den Händler gerne vergessen, ist der Datenschutz. Oft liegt der Fokus so sehr auf der Gewinnung neuer Kunden, dass Compliance Themen schlichtweg übersehen werden. Doch sowohl das Versenden von Newslettern als auch Bewertungsanfragen ist nur eingeschränkt zulässig. Handelt es sich bei den Empfängern um Verbraucher, sind deren Persönlichkeitsrechte zu berücksichtigen. Mittlerweile gibt es mehrere Urteile, die klar besagen, dass der Versand solcher E-Mails an den Kunden als unzumutbar zu bewerten ist. Anders gesagt, wer entsprechende E-Mails versendet, kann in Schwierigkeiten geraten.

Die entscheidende Voraussetzung ist eine Einwilligung des Verbrauchers. Shopbetreiber müssen die Einwilligung vom Kunden einholen, um diesem ihre Newsletter und Bewertungsanfragen für Händlerbewertungen und Produktbewertungen senden zu dürfen. Am einfachsten wird die Einwilligung digital eingeholt. Für den Newsletter erfolgt dies am besten mittels Double-Optin Verfahren, für die Kundenbewertung wiederum per Checkbox.

Datenschutzfreundliche Voreinstellungen bei Checkboxen

Gerade beim Einsatz mit Checkboxen meinen viele Seitenbetreiber, sie könnten diese einfach vorbelegen, d.h. den Haken einfach setzen (im Sinn einer automatischen Einwilligung durch den Kunden). Die Annahme ist die, dass der Kunde den Haken entfernen kann, sollte er seine Einwilligung nicht erteilen wollen. Doch sowohl der Blick auf die aktuelle Rechtsprechung (es gibt mehrere Urteile, die gegen Händler gefällt wurden) als auch die kommende EU-DSGVO sagen, dass datenschutzfreundliche Voreinstellungen zu treffen sind. Somit dürfen die Haken nicht vorbelegt sein. Stattdessen muss der Verbraucher die Haken selbst setzen, um seine Einwilligung zu erteilen.

Shopbetreiber und Seitenbetreiber, die sich an die datenschutzfreundlichen Voreinstellungen nicht halten, gehen Risiken ein. Zum einen ist denkbar, dass die zuständige Aufsichtsbehörde für Datenschutz tätig wird, weil sich z.B. Kunden dort beschweren. Zum anderen ist nicht auszuschließen, dass Mitbewerber den jeweiligen Verstoß abmahnen. In beiden Fällen drohen unangenehme Konsequenzen, sodass es besser ist, bei Newsletter-Anmeldungen und dem Versand von Bewertungsanfragen kein Risiko einzugehen.

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